Track #4: zukunft der gewerkschaften
Trackleitung: Bernd Röttger (Sozialwissenschafter) und Sabine Letz (Geschäftsführerin des VÖGB)
Seit ihrer Entstehung kämpfen Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne, mehr Mitbestimmung und gegen Arbeitslosigkeit – mit unterschiedlichen Strategien und wechselndem Erfolg. Infolge von neoliberaler Globalisierung („Standortwettbewerb“), dem Wandel der Arbeitswelt („Flexibilisierung“) und den damit einhergehenden Prekarisierungstendenzen („Neue Selbstständige“) sind Gewerkschaften mit rückläufigen Mitgliederzahlen und sinkendem Einfluss konfrontiert. Gleichzeitig lockert sich das Band zwischen politischen Parteien und Gewerkschaften zusehends. Damit verbunden ist auch ein Wandel des gesellschaftlichen Bildes: Von ReformakteurInnen zu vermeintlichen BlockiererInnen. Gleichzeitig gibt es in manchen, zuvor eher schlecht organisierten Branchen neue gewerkschaftliche Erfolge zu vermelden. Was sind nun die gesellschaftlichen und ökonomischen Ursachen der gegenwärtigen Entwicklung und wodurch ließe sie sich umkehren?
*Gewerkschaftliche Organisation: Welche Ziele verfolgen Gewerkschaften? Wo liegen Probleme und Potentiale in verschiedenen gewerkschaftlichen Organisationsformen? Wie ist es um das Verhältnis von Ehren- zu Hauptamtlichen bestellt, um die gleichmäßige Einbindung beider Geschlechter, desgleichen um Teilhabemöglichkeiten für Gruppen die bisher kaum im Fokus der Gewerkschaften standen, allen voran MigrantInnen und prekär Beschäftigte?
*Gewerkschaftliche Mobilisierung: Wie lässt sich gewerkschaftliche Mobilisierung trotz steigender Arbeitslosigkeit aufrechterhalten? Welche neuen Mobilisierungsstrategien sind dafür hilfreich? Für welche Themenbereiche - auch abseits klassischer Lohn- und Tarifkonflikte - ist gewerkschaftliche Mobilisierung sinnvoll? Wie wirken sich insbesondere wachsende Niedriglohnsektoren, steigende Arbeitslosigkeit und stark verschlechterter ArbeitnehmerInnenschutz auf soziale Basis und inhaltliches Profil der Gewerkschaften aus?
*Gewerkschaftliche Internationalisierung: Aufgrund der globalen Flexibilität des Produktionsfaktors Kapital stellt sich zunehmend die Frage wie können Gewerkschaften die Frage internationaler Solidarität adressieren können. Welche Beispiele für internationale Gewerkschaftskooperation gibt es? Welche Besonderheiten internationaler Organisation und Mobilisierung gilt es zu beachten?
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